Manche Wintermäntel gehen von einer Generation zur nächsten, und oft sind sie aus dickem, dichtem Wollstoff gefertigt, der erstaunlich langlebig ist. Ein solches Stück trägt Erinnerungen in sich und verdient eine sorgfältige Behandlung. Bevor man den Mantel zum ersten Mal wieder anzieht, lohnt sich ein prüfender Blick: Sitzen die Knöpfe fest, ist das Futter heil, und riecht der Stoff frisch? In den Taschen finden sich manchmal noch kleine Erinnerungsstücke, die man vor der Pflege vorsichtig herausnimmt.
Nach langer Lagerung riecht ein Mantel oft muffig. Am besten hängt man ihn an einem trockenen, luftigen Tag im Schatten ins Freie und lässt den Wind durch den Stoff ziehen. Direkte Sonne ist nicht ideal, denn sie kann Farben ausbleichen. Danach bürstet man den Mantel mit einer weichen Kleiderbürste von oben nach unten, damit Staub und lose Fasern verschwinden. Das ist oft schon die halbe Pflege.
Kleine Schäden früh beheben
Fehlende oder lockere Knöpfe näht man mit kräftigem Faden wieder an und lässt dabei etwas Spielraum zwischen Knopf und Stoff, damit sich der Mantel später gut schließen lässt. Ist das Futter an den Nähten aufgegangen, kann man es von Hand schließen, solange die Stelle klein ist. Ein loser Saum lässt sich mit unauffälligen Stichen in passender Fadenfarbe rasch sichern. Größere Schäden überlässt man einer Schneiderei, die Erfahrung mit älteren Stoffen hat. So wird das Material geschont, statt zusätzlich belastet.
Waschen ist bei Wollmänteln meist keine gute Idee. Kleine Flecken lassen sich mit einem feuchten Tuch und etwas mildem Reiniger betupfen, ohne zu reiben. Muss der ganze Mantel gereinigt werden, gehört er in die Reinigung, und man sollte dort erwähnen, dass es sich um ein altes Stück handelt. Zwischendurch reichen Lüften und Bürsten, die den Stoff schonen. Ist der Mantel im Regen nass geworden, trocknet er am besten auf dem Bügel bei Zimmerluft, nicht direkt an der Heizung.
Aufbewahrt wird der Mantel auf einem breiten, geformten Bügel, damit die Schultern ihre Form behalten. Ein Kleidersack aus atmungsaktivem Stoff schützt vor Staub, und Zedernholz oder Lavendel im Schrank halten Motten fern. Wer seinen Mantel so behandelt, gibt ihn eines Tages vielleicht selbst an die nächste Generation weiter, und das Stück behält seine Geschichte und seinen Charakter.